Quarzsand ist ein natürlicher, hochreiner Siliciumdioxid-Sand, der im Fliesenleger-Handwerk vor allem als Zuschlagstoff und als Abstreusand auf frischen Harzgrundierungen eingesetzt wird. Er sorgt für Haftverbesserung, Rutschhemmung und stabile Reparaturmörtel. Für den professionellen Einsatz werden in der Regel gewaschene, feuergetrocknete Qualitäten mit eng definierten Sieblinien genutzt. Holcim nennt SiO₂-Gehalte >99,5 % sowie die Norm DIN EN 13139 für Mörtelzuschläge.
Wofür wird Quarzsand beim Fliesenlegen verwendet?
Im Alltag von Fliesenlegerbetrieben begegnet Quarzsand vor allem bei der Untergrundvorbereitung und bei Reparaturen. Abgestreute Epoxid- oder PU-Grundierungen erhalten so eine griffige Oberfläche, auf der zementäre Fliesenkleber sicher haften. Zudem wird Quarzsand als Füllstoff in Epoxidharz-Mörteln eingesetzt oder zum „Strecken“ von Spachtelmassen verwendet. ARDEX QS, KIESEL Okapox GF und STAUF Quarzsand dokumentieren diese Anwendungen.
- Abstreuen von Harzgrundierungen
Auf frische Epoxid-/PU-Grundierungen im Überschuss eingestreut, schafft Quarzsand eine raue Haftbrücke für Fliesenkleber; typische Körnung 0,4–0,8 mm. Produktbeispiel. - Rutschhemmung von Beschichtungen
In Versiegelungen eingestreuter Quarzsand kann je nach System Rutschhemmklassen (z. B. R11) ermöglichen. Anwendungsbeispiel. - Füllstoff für Epoxidharz-Mörtel
Zur Herstellung standfester Reparaturmörtel/Estriche werden Harze mit Quarzsand gemischt; je nach System z. B. 1:8 bis 1:11 (Harz:Sand). ARDEX EP 2000. - „Strecken“ von Spachtelmassen
Quarzsand kann Spachtelmassen volumenstabil „strecken“; Hersteller nennen dabei praxisnahe Dosierangaben. STAUF Verbrauchswerte.
Typische Körnungen und Systeme
Bewährt haben sich Körnungen wie 0,3–0,9 mm, 0,4–0,8 mm oder 0,7–1,2 mm. Feinere Sande eignen sich für dünne Harzfilme und Haftbrücken, gröbere für stark belastete Beschichtungen oder Epoxidmörtel. Herstellerlisten zeigen die Spannweite: 0,3–0,9 mm, 0,4–0,8 mm, 0,7–1,2 mm.
Welche Qualität und Normen gelten für Quarzsand?
Für Mörtel- und Bauchemieanwendungen ist DIN EN 13139 (Aggregates for mortar) maßgeblich. Sie beschreibt Anforderungen an Sieblinien, Reinheit und die Deklaration von Korngrößen. Viele Lieferanten weisen die Konformität aus. Holcim und Quarzkieswerke nennen die Norm explizit.
Qualitativ entscheidend sind hoher SiO₂-Gehalt, definierte Kornverteilung und Feuchtefreiheit. Trockene, mehrfach gewaschene Qualitäten liefern eine gleichmäßige Rauigkeit und stabile Haftwerte. Beispiele nennen SiO₂ >99,5 % sowie eng definierte Sieblinien für präzise Anwendungen. Holcim, Pleinfelder Quarzsand.
Wichtige Kennwerte für die Auswahl
Körnung: 0,4–0,8 mm ist ein gängiger Allroundwert für das Abstreuen; 0,6–1,2 mm wird häufig für belastbare Beschichtungen und Epoxidmörtel genannt. KIESEL, ARDEX.
Kornform: Kantengerundete/kubische Körner liefern eine griffige, aber noch gut zu reinigende Oberfläche. Herstellerangabe.
Reinheit/Feuchte: Feuergetrocknete, entschlämmte Qualitäten minimieren Staub- und Feinanteile und sichern reproduzierbare Ergebnisse. Pleinfelder, Holcim.
Wie viel Quarzsand wird benötigt und wie erfolgt die Verarbeitung?
Beim Abstreuen wird frische Harzgrundierung im Überschuss mit Quarzsand belegt. Nach Aushärtung wird losem Material abgekehrt bzw. abgesaugt. Typische Verbrauchswerte liegen bei ca. 2,5–3,0 kg/m² (systemabhängig). STAUF nennt 2,5–3,0 kg/m²; KIESEL beschreibt das Abstreuen „im Überschuss“.
Für Epoxidharz-Mörtel/Estriche geben Hersteller Mischbereiche zwischen etwa 1:8 bis 1:11 (Harz:Sand) an, abhängig von Festigkeit und Einbauweise. Beispiele finden sich in ARDEX EP 2000; KIESEL Okapox GF nennt ebenfalls hohe Sandzugaben je kg Harz.
Praxis-Tipps für gleichmäßige Ergebnisse
– Sand trocken lagern und vor Gebrauch nicht befeuchten. – Beim Abstreuen gleichmäßig aus der Höhe „rieseln“ lassen, nicht werfen. – Überschuss erst nach vollständiger Aushärtung abkehren/absaugen. – Für besondere Anforderungen (z. B. Rutschhemmung) Körnung mit dem Systemhersteller abstimmen. Belege u. a. bei Harzspezialisten und KIESEL.
Welche Arbeitsschutz-Regeln gelten beim Umgang mit Quarzsand?
Beim Umgang und insbesondere bei staubenden Tätigkeiten kann lungengängiger Quarzstaub (RCS) entstehen. RCS ist nach CLP als STOT RE 1 (Schädigung der Lunge bei wiederholter Exposition) eingestuft. Minimieren Sie Staubexposition durch geeignete Verfahren und Absaugung. ECHA.
In Deutschland konkretisiert TRGS 559 „Quarzhaltiger Staub“ die Schutzmaßnahmen; die TRGS 900 listet Arbeitsplatzgrenzwerte (Ausgabe 20.03.2025 aktualisiert). DGUV-Informationen nennen als Beurteilungsmaßstab für Quarz (A-Staub) 0,05 mg/m³. TRGS 559, TRGS 900, DGUV 213-111, DGUV 209-095.
Staubminimierung auf der Baustelle
Empfohlen werden staubarme Verfahren, Absaugung an der Quelle und geeignete Sicherheitssauger. Für quarzhaltige mineralische Stäube wird mindestens Staubklasse M empfohlen; bei hochgefährlichen Stäuben Klasse H. Hinweise dazu geben DGUV-Informationen und Fachübersichten. Haufe/DGUV 209-084 (Übersicht), Nilfisk BG BAU-Übersicht.
Wie wird Quarzsand geliefert und gelagert?
Für das Fliesenhandwerk üblich sind 25‑kg‑Säcke (teils 20 kg oder Kleingebinde). Wichtig ist trockene, saubere Lagerung in geschlossenen Säcken. Beispiele: ARDEX QS 25 kg, Pleinfelder 20 kg, Kleingebinde 1–25 kg.
Hinweis zur Normeinstufung
Bei Verwendung in Mörteln/Spachtelmassen sollte der Sand als Gesteinskörnung nach DIN EN 13139 deklariert sein und den geforderten Reinheits- und Sieblinienklassen entsprechen. Hersteller- und Normhinweise: Holcim, EN 13139 (Info).
Welche Körnung passt zu meinem Projekt mit Quarzsand?
Als grobe Orientierung gilt: 0,4–0,8 mm für universelle Haftbrücken unter Fliesenklebern, 0,6–1,2 mm für robuste Beschichtungen und Epoxidmörtel, feiner für dünne Filme oder detailreiche Bereiche. Stimmen Sie die Körnung immer auf Harzsystem und Einsatzort ab und folgen Sie den Herstellermerkblättern. KIESEL, MAPEI, ARDEX.