Keramische Versiegelung beschreibt eine werkseitige, im Brennprozess entstehende Oberflächenverdichtung von unglasiertem Steinzeug und Feinsteinzeug. Dabei werden Mikroporen so weit geschlossen, dass die Oberfläche fleckbeständig und besonders reinigungsfreundlich wird.
Hersteller vermarkten diese keramische Oberflächenvergütung teils unter eigenen Bezeichnungen, etwa Protecta. Eine solche, beim Brennen eingebundene Vergütung ist keine nachträglich aufgetragene Beschichtung. Technischer Rahmen und Begriffe zu keramischen Fliesen sind in der Norm DIN EN 14411 beschrieben.
Wie funktioniert die keramische Versiegelung bei unglasiertem Steinzeug?
Bei unglasiertem Steinzeug und Feinsteinzeug werden Rohstoffe unter hohem Druck geformt und bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Durch diese Sinterung entsteht eine dichte, aufnahmearme Keramik. Einige Hersteller bringen zusätzlich im Werk eine keramische Oberflächenvergütung ein, die beim Brennen dauerhaft mit dem Scherben verschmilzt und Poren verschließt.
Ein Beispiel ist die Protecta-Vergütung, bei der laut Herstellerangaben keine nachträgliche Imprägnierung mehr erforderlich ist, weil fleckbildende Substanzen nicht mehr in die Oberfläche eindringen können. Details beschreibt die Deutsche Steinzeug in ihren Produktinformationen und Pressemeldungen, etwa zu Protecta-vergüteten Serien hier.
Für die Einordnung und Leistungsangaben keramischer Fliesen, etwa nach Formgebung, Wasseraufnahme und Kennzeichnung, gilt die DIN EN 14411.
Feinsteinzeug und Steinzeug nach Norm sicher auswählen
Die Norm legt Definitionen, Klassifizierungen und zu prüfende Eigenschaften fest. Für die Praxis bedeutet das: Werksangaben zur Oberflächenart und eventueller Vergütung prüfen und passend zum Einsatzbereich auswählen.
Welche Vorteile und Grenzen hat keramische Versiegelung im Fliesenbau?
Werkseitig keramisch versiegelte unglasierte Fliesen (z.B. Fayence-Fliesen) sind in Wohn- und vielen Objektbereichen besonders pflegeleicht und widerstandsfähig gegen haushaltsübliche Flecken. Die Vergütung hält lange, weil sie im Brennprozess untrennbar mit der Oberfläche verbunden wird. Grenzen bestehen dort, wo falsche Reinigungs- oder Pflegemittel Schichten aufbauen. Der Bundesverband Keramische Fliesen rät, schichtbildende Pflegemittel zu vermeiden, da sie Optik, Hygiene und Trittsicherheit beeinträchtigen können. Hinweise zur richtigen Pflege finden Sie hier.
Vorteile: Fleckschutz und leichte Pflege im Alltag
Die dichte Oberfläche reduziert das Eindringen von Öl, Fett und Farbstoffen und erleichtert die Unterhaltsreinigung. In vielen Fällen genügen Wasser und milde Neutralreiniger.
Grenzen: Keine Schichtbildner, Fugen gesondert betrachten
Auf dichten, keramisch versiegelten Oberflächen haften wachs- oder polymerhaltige Pflegemittel als Film und binden Schmutz. Fugen besitzen andere Eigenschaften und können separat gereinigt oder bei Bedarf punktuell geschützt werden.
Darf ich keramisch versiegelte Fliesen zusätzlich imprägnieren?
Im Regelfall nein. Bei keramisch versiegeltem, unglasiertem Steinzeug ist eine zusätzliche Imprägnierung nicht vorgesehen und oft kontraproduktiv, da die Flüssigkeit kaum eindringt und als schmutzbindender Film verbleiben kann. Hersteller wie Deutsche Steinzeug betonen, dass bei Protecta-vergüteten Oberflächen eine nachträgliche Imprägnierung nicht erforderlich ist, siehe Herstellerangaben.
Es gibt jedoch einen wichtigen Sonderfall.
Poliertes Feinsteinzeug als Sonderfall der Nachbehandlung
Beim Polieren können Mikroporen entstehen. Einige Fachinformationen und Pflegeanleitungen empfehlen in diesem speziellen Fall eine gezielte, rückstandsfreie Schutzimprägnierung zur Fleckreduzierung, jedoch nur nach gründlicher Grundreinigung, Probefläche und restlosem Abwischen von Überschüssen. Für matte und strukturierte Feinsteinzeugoberflächen ist eine Schutzbehandlung dagegen nicht erforderlich.
Details finden Sie in den Pflegeanleitungen von Lithofin für matte Oberflächen Feinsteinzeug matt innen sowie für polierte Oberflächen Feinsteinzeug poliert innen.
Wie reinigen und pflegen Sie keramisch versiegelte Fliesen richtig?
Die Reinigung folgt einfachen, herstellerkonformen Schritten. Der Branchenverband rät: neutral, sparsam dosieren, mechanisch unterstützen, Rückstände vollständig entfernen und schichtbildende Pflegemittel meiden.
Ein gutes Vorgehen beschreibt der Bundesverband Keramische Fliesen. Für produktunabhängige Pflegehinweise verweisen wir zusätzlich auf die oben genannten Pflegeanleitungen.
- Schonende Unterhaltsreinigung
Lose Verschmutzungen aufnehmen, mit lauwarmem Wasser und gering dosiertem Neutralreiniger wischen, anschließend klar nachwischen. - Keine Schichtbildner verwenden
Wachs- oder polymerhaltige Pflegemittel vermeiden, da sie Filme bilden, Schmutz binden und die Trittsicherheit beeinträchtigen können. - Grundreinigung nach der Verlegung
Zementschleier fachgerecht entfernen und Oberfläche neutralisieren, damit die fleckbeständige Keramik voll wirksam bleibt. - Imprägnierung nur im Sonderfall
Bei polierten Feinsteinzeugflächen gegebenenfalls gezielt imprägnieren, stets Probefläche anlegen und Überschüsse restlos abnehmen. - Fugen separat behandeln
Fugen reinigen und bei Bedarf punktuell schützen, ohne einen Film auf der Fliesenoberfläche zu erzeugen.
Woran erkenne ich keramisch versiegelte Produkte im Handel?
Achten Sie auf klare Herstellerangaben zur werkseitigen Oberflächenvergütung. Datenblätter und Serienseiten nennen häufig die Vergütung sowie die Rutschhemmung und geben Pflegehinweise. Beispiele bietet die Produktkommunikation der Deutschen Steinzeug hier und die normativen Grundlagen zur Klassifizierung finden Sie in DIN EN 14411.
Herstellerbezeichnungen und Datenblätter prüfen
Vergleichen Sie vor der Auswahl Oberflächenart, eventuelle Vergütung, Rutschhemmung und Pflegevorgaben und stimmen Sie diese mit Ihrem vorgesehenen Einsatzbereich ab.
Welche Regeln gelten für Pflege- und Reinigungsmittel auf keramisch versiegelten Flächen?
Für den dauerhaften Werterhalt gilt: mild reinigen, richtig dosieren und mechanisch unterstützen. Sie sollten rückpflegende, fett- oder wachshaltige Produkte vermeiden, um die rutschhemmenden Eigenschaften und die Reinigungsfreundlichkeit nicht zu verlieren.
Rutschhemmung erhalten, Herstellerangaben befolgen
Halten Sie sich an die Reinigungs- und Pflegevorgaben, um die optische Qualität und die Trittsicherheit der Beläge zu bewahren.